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Im Nachfolgenden finden Sie einen Kurzübersicht von möglichen Symptomen und Behandlungen:

(frei zusammengestellt und ganz sicher unvollständig),  (die aufgeführten Behandlungen sind nicht immer den links davon stehenden Symptomen zuzuordnen)

Und nun noch etwas ausführlicher unsere Eindrücke zu den einzelnen Behandlungsformen:

Logopädie

1x die Woche kommt eine Logopädin zu uns nach Hause (vom Arzt verschrieben, von Krankenkasse bezahlt) und übt mit ihm eine Stunde. Oder sagen wir eine halbe Stunde, länger reicht seine Konzentration nicht. Sie legt diverse Bildchen vor ihn hin und in großen Druckbuchstaben die Beschreibung dazu. Dann bringt sie ihn dazu, mit Zuhören, Lesen und Bild anschauen alles in Verbindung zu bringen. So hält sie den Zugang zu seinem Gehirn offen. Sie behauptet, sein ganzes Gedächtnis wäre noch da. Nur der Zugang ist verschüttet. Wie ein Keller voller Vorräte, aber die Kellertür ist verrammelt. Mein Vater liebt diese Stunde mit der Logopädin. Mit ihr redet er auch relativ fiel, mit uns Angehörigen dagegen kaum mal ein Wort. Aber sie meint, das sei normal.

Physiotherapie

Ebenfalls wöchentlich kommt eine Physiotherapeutin und bewegt den Patienten vollständig. Alle Muskeln und Gelenke kommen ran. Das ist wichtig, denn die Muskeln eines antriebslosen Patienten verkümmern sonst. Er sitzt ja nur rum, es sei denn jemand geht mit ihm spazieren. Doch das geht ja nur noch, wenn wir ihn beidseitig stützen und am Umfallen hindern. Seine Arme braucht er fast gar nicht mehr. Seine Schultern sind regelrecht schwach und knochig geworden. Solange er noch selbständig seine Waldrunden drehte war er wenigstens mit den Beinen fit. Doch seit er nicht mehr alleine geht, wird er hier auch immer schwächer. Hinzu kommt seine Muskelstarre. 

Also: Bewegung ist wichtig. Viele Dinge im Alltag funktionieren ja nur, wenn der Patient auch mitmacht. Oder versuchen Sie mal einen erwachsenen Menschen aus dem Bett zu ziehen, der überhaupt nicht mithilft! Und eine Physiotherapeutin weiss besser, wie man den Patienten richtig bewegt. 

Im späten Stadium war es erschreckend, wie schnell ein bettlägeriger Patient wund wird. Die Haut scheint nur noch wir Papier zu sein, einmal offen heilt sie kaum noch. Auch dagegen hilft Bewegung erstaunlich gut. 

Ergotherapie

Ebenfalls eine wichtige Sache. Der Patient muss so lange wie möglich in der Lage sein, viele Dinge mit den Händen selbst zu machen. Denken Sie an den Hintern abwischen, das Waschen, oder schließlich (was sich am längsten hält) das Reinschaufeln von Essen in den Mund und das Heben der Tasse zum Trinken.

Es ist nicht nur deshalb wichtig, weil Sie als pflegende Angehörige sonst alles für den Patienten erledigen müssen. Es ist, denke ich, auch das letzte Selbstwertgefühl, dass wir ihm erhalten können. Es ist jedem Menschen peinlich, wenn er gewaschen oder gefüttert wird. Und da ein Teil seines Bewußtseins ja noch vorhanden ist, er sich nur nicht ausdrücken und seinen Körper nicht kontrollieren kann, denke ich, dass ihn der Verlust solch elementarer Fähigkeiten doch sehr bedrückt.

Jedenfalls bei der Ergotherapie hat er sich mit Keramik, Korbflechten, Holzbasteleien usw. beschäftigt und dabei wundervolle Dinge geschaffen, die man ihm nicht mehr zugetraut hätte. Ich liebe jedenfalls seinen krummbuckligen Keramik-Kerzenständer über alles. Er hat so einen gewissen Charme und steht immer auf meinem Frühstücktisch.

Wunderheiler

In der Oberlausitz (so 50 km von Dresden entfernt) gibt es eine Privat-"Klinik" eines, na ja sagen wir mal Wunderheilers. Dieser versucht in Gesprächen dem Patienten innere Ruhe zu geben und seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dazu sind ein Dutzend Sitzungen nötig, jede ?€. Wer jetzt Betrug vermutet, ist auf dem Holzweg. Obwohl ich als Ingenieur von Berufs wegen sehr logisch denke und alles erst mal anzweifle, muss ich anerkennen, dass der Mensch an sich und sein Verhalten so komplex ist, dass es nicht immer logisch physikalische Erklärungen gibt. Wer das nicht glaubt, der befrage die Heerscharen Migräne-geplagter Frauen nach der Ursache für ihr Leiden. Oder man denke an das Phänomen Fön am bayrischen Alpenrand. Es ist nun mal Tatsache, dass an solchen Fön-Tagen die Unfallraten steigen und viele Menschen über Kopfschmerzen klagen. Ich als Zugereister dagegen freue mich über den Sonnenschein und merke gar nichts.

Jetzt aber zur Sache. Manche Menschen haben nun die Gabe, die nicht mit Intelligenz greifbaren Eigenschaften des Menschen zu beeinflussen, sei es durch Hypnose, Handauflegen, besondere Stimme oder Voodoo-Hokuspokus. Unser Wunderheiler setzt sich einfach hin, spricht über belangslose Dinge, löst dabei innere Blockierungen und hinterher fühlt man sich besser ! Jedenfalls berichtet es so meine Mutter, die dank einer früheren Magenoperation und den bleibenden Verdauungsfolgen auch objektiv die Wirkung messen kann.

Mein Vater schien die Sitzungen gern zu haben und wir bildeten uns eine Stabilisierung seines Zustandes ein. Doch der Verfall ging weiter und meine Eltern hörten wieder auf wöchentlich die Strecke zu fahren. Auch weil mein Vater nur noch mit Mühe transportfähig war.

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