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(von meiner Mutter)                                                                                              Januar 2006

Ich bemühe mich, die Hilfsmittel, die wir brauchten und die uns zur Verfügung standen, in chronologischer Reihenfolge aufzulisten und ein wenig zu beschreiben:

-         verschließbare Türen

o       verschließbare Balkon, bzw. Terrassentüren

o       Türschließer an der Haustür, denn wenn mein Mann entschwand, dann standen alle Türen sperrangelweit auf und nicht immer bekam ich das gleich mit.

-         Haltegriff über der Badewanne zum Aufstehen und Festhalten

-         Badewannenlift:

o       Verordnung durch die Hausärztin/ aus dem Sanitätshaus

o       Drehsitz für diesen Lift, als er dann nicht mehr allein in die Wanne steigen konnte

o       Auf diese Weise konnten Pflegepersonen oder ich meinen Mann täglich duschen, ohne immer in der Dusche selbst nass zu werden und er konnte sich sehr lange sitzend selbst abseifen.

-         erhöhter Toilettensitz:

Verordnung durch die Hausärztin /aus dem Sanitätshaus, gibt es auch mit Armstützen. Dadurch erleichtertes Hinsetzen und Aufstehen

-         Rollstuhl

1. Phase

Auf ärztliche Verordnung bekamen wir im Sanitätshaus einen Rollstuhl geliefert. Es war ein Standartrollstuhl, der an den Patienten angepasst wird.

Als mein Mann dann seinen Kopf nicht mehr halten konnte, wurde an die Rückenlehne eine Kopfstütze mit Halterung angepasst.

       2. Phase

Beim Aufenthalt im Pflegeheim während einer Kurzzeitpflege machte mich die Stationsleiterin darauf aufmerksam, dass unser Rollstuhl für meinen Mann nicht ausreichend ist. Ich stellte also einen neues Antrag:

Ein Gutachter kam, prüfte und legte Erfordernisse fest. Dieses Gutachten ging dann an die Krankenkasse und diese prüfte, ob ein solcher Rollstuhl in irgend einem Depot vorhanden sei. Es dauerte nicht allzu lange und uns wurde eine Firma benannt, die den erforderlichen Rollstuhl bringen wird.

Dieser war dann ein Mix aus alt und neu:

Alt: die Kopfstütze wurde mit übernommen

Neu:    angepasstes stützendes Rückenteil

            Gel – Sitzkissen ( verhindert wund - sitzen)

            Anderes Bremssystem, dadurch war es für mich etwas leichter

            Durchsichtiger aufsteckbarer Tisch

Für den Winter holte ich ihm auch aus dem Sanitätshaus einen angepassten „Fellsack“, das „Einsteigen“ war zwar etwas strapaziös, aber er steckte bis über die Schultern warm drin und konnte so auch im Winter an die frische Luft

-         Inkontinenz-Material

Hier gibt es diverse Möglichkeiten und je nach den örtliche Begebenheiten sollte man sich im Sanitätshaus oder in einer Apotheke beraten lassen.

Wenn man dann ein wenig informiert ist, und eine ständige Verpackung nötig ist, lohnt sich der Versandhandel:

            Ultra .- Pharm GmbH
            Postfach 1129
           
49206 Bad Rothenfelde

Aus dem Lieferprogramm kann man auswählen, bekommt Proben geschickt und hat so nicht immer die Mühe mit dem Transport.

-         Pflegebett

Verordnung durch die Hausärztin, nach Genehmigung durch die Krankenkasse Lieferung und Montage durch das Sanitätshaus

-         Anti – Decubitus- Matratze mit Aggregat

Verordnung durch die Hausärztin, nach Genehmigung durch die Krankenkasse Lieferung und Montage durch das Sanitätshaus

-         PEG Sonde

Verordnung durch die Hausärztin; stationärer operativer Eingriff

Der Sommer 2003 war sehr warm – ausreichend trinken musste also sein.

Die Krankheit war so fortgeschritten, dass mein  Mann sich fast immer beim Trinken schlimm verschluckte. Es war, als ob die Luftröhre langsamer geschlossen wurde, als die Flüssigkeit kam. Auch die kleinen Hilfsmittel, wie Trinkröhrchen oder Trinktasse halfen nicht mehr. Darum stimmte ich dem Vorschlag, eine PEG – Sonde zu legen, zu.

Von August bis Oktober rechte es auch, nur Tee auf diese Weise zu verabreichen und die feste Nahrung konnte er noch richtig essen. Leider war dann auch damit Schluss und wir mussten auf Flüssignahrung zugreifen.

-         Sekret- Absauggerät + Absaugkatheter

Verordnung durch die Hausärztin, nach Genehmigung durch die Krankenkasse Lieferung und Montage durch das Sanitätshaus

 

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Bewilligung durch die Krankenkasse

Alle beschriebenen Geräte können bei der Krankenkasse beantragt werden. Im Rahmen finanzieller Grenzen wird diese den Antrag genehmigen. Beim Sanitätshaus wird das Gerät dann bestellt und nach Hause geliefert. Es ist allerdings nur geliehen und wird wieder abgeholt, wenn es der Patient nicht mehr brauchen sollte. Danach kommt es zu einem anderen Patienten, was die Kosten der Krankenkasse (und damit für alle Versicherten) verringert.

Badewannenlift

Ein Badewannenlift ist ein super Hilfsmittel für die Körperpflege des Patienten. Haben Sie schon mal versucht eine in der Badewanne sitzende Person, die nicht mitmacht, nach oben zu ziehen? Es ist kaum zu schaffen und Ihr Rücken wird ächzen und sich auf den nächsten Bandscheibenvorfall vorbereiten.

Der Badewannenlift ist wie ein Stuhl mit Lehne, dessen Beine man per Elektromotor einklappen kann, so dass er sich senkt. Die Höhe ist verstellbar von ca. 5cm über dem Wannenboden bis 5cm über dem Wannenrand. So können Sie den Patienten aufrecht sitzend im Wasser versenken und wieder hochfahren. Um ihn wieder rauszubekommen, brauchen Sie nur noch seine Beine um 90° zu drehen und ihn von seinem hohen Sitz aufrichten.

Sitzfläche und Lehne sind mit einem weichen, abwaschbaren Gummi bedeckt. Und auch sonst ist natürlich alles wassertauglich. Für den Motor gibt es eine Fernbedienung mit je einem Knopf für "Hoch" und "Runter". Mehr gibt es schon gar nicht zu erzählen - so einfach ist das Gerät zu bedienen.

Wir benutzen das Ding allerdings nur zum Duschen. Auch dafür ist es sehr praktisch.

Rollstuhl

Wenn der Gleichgewichtssinn und/oder die Ausdauer des Patienten nachlassen, brauchen Sie einen Rollstuhl. Es gibt da verschiedene Typen und Größen, genau wie bei Autos oder Fahrrädern. Lassen Sie sich nicht irgendeinen andrehen! Der Rollstuhl muss zum Patienten und zur Umgebung passen.

Der Patient muss bequem und mit geradem Rücken sitzen können. Die Oberschenkel sollten (wenn die Füße auf den Fußrasten stehen) auf der Sitzfläche aufliegen und nicht hochstehen. Probieren Sie aus, was Sie selbst als angenehm empfinden würden und fordern Sie für den Patienten den entsprechenden Stuhl. Denn es könnte sein, dass Sie vom Sanitätshaus einen zu klein geratenen geliefert bekommen, weil der grade bei einem anderen Patienten frei geworden war.

Wenn Sie in hügeligem Gelände wohnen, brauchen Sie einen Elektromotor. Wenigstens aber muss der Rollstuhl Handbremsen an den Schiebegriffen haben! Die Schiebegriffe sollten auch für Sie die richtige Höhe haben. Es nützt nichts, wenn Sie immer gebeugt hinterlaufen.

Sicher haben Sie auch leichte Stufen bzw. Bordsteinkanten zu überwinden. Fahren Sie schräg an die Kante heran. Treten Sie innen am Hinterrad auf die kleine Stange. Damit hebeln Sie das kleine Vorderrad auf die Kante hoch. Genauso geht's mit dem zweiten Rad. So brauchen Sie nur wenig Kraft.

Kopfhalterung

Mein Vater presst seinen Kopf immer nach vorn. So sitzt sein Kinn auf dem Brustbein. Er kann nicht mehr um sich schauen und auch nicht vernünftig essen und trinken. Meine Mutter konnte nach vielem Reden im Sanitätshaus jemanden davon überzeugen, dass man doch da improvisiert eine Lösung finden können muss. Und die Lösung gibt's auch:

Beim Rollstuhl wurde zwischen den Schiebegriffen eine Querstange gespannt. In deren Mitte ragt eine zweite Stange senkrecht 30cm hoch. Und daran ist eine Kopfhalterung befestigt. So kann man den Kopf des Patienten in die Senkrechte bringen, den Hinterkopf gegen die Halterung lehnen und mit einem Stirnband dort festhalten. So fest ist es auch wieder nicht, denn das Stirnband läuft durch zwei Rollen, so dass der Patient seinen Kopf hin- und herdrehen kann.

Klingt vielleicht ein bisschen merkwürdig: "den Kopf festspannen". Jedoch eröffnet es dem Patienten, dass er wieder normal essen und trinken kann. Außerdem kann er sein Gegenüber wieder anschauen. Und das ist schon viel Lebensqualität, die man ihm damit zurückgeben kann.

Das einzig Negative an der Konstruktion war der Preis. Die Teile (Stangen, Verspannungen, Rollen, Stirnband) entstammen einem patentierten Baukastensystem aus den USA. Der Preis war umwerfend. Die Krankenkasse hat es bewilligt. Aber man fragt sich doch, warum es im eigenen Land dafür nichts preiswerteres gibt. Schließlich sieht das Ganze nicht anders aus als LEGO-Technik in Großformat und Edelstahl.

Treppenlift

Treppen überwinden ist bei allen Menschen mit schwindender Kraft und Gleichgewichtsgefühl ein Problem. Aber es ist nun mal so, dass die meisten Reihenhäuser unten Wohnraum und Küche haben und oben die Schlafzimmer. Sie müssen mit dem Patienten also täglich mehrfach hin und her bzw. hoch und runter.

Dafür haben sich findige Firmen erstaunliche Lösungen erdacht. Auf engstem Raum werden Schienen installiert, auf denen ein elektrisch angetriebener Stuhl den darauf Sitzenden langsam aber sicher um alle Ecken und Kurven hievt. Das ganze kann laut telefonischer Auskunft an einem halben Tag aufgebaut werden.

Leider (und verständlicher Weise) springt die Krankenkasse hier nicht mehr bereitwillig ein. Denn der Preis beläuft sich auf über 10.000€. Die Pflegekasse kann einen Zuschuss für den behindertengerechten Umbau einer Wohnung gewähren.

Wir hatten dann aber überlegt: Bei dem Tempo des geistigen und physischen Verfalls meines Vaters läge die Nutzungsdauer des Lifts bei kleiner als einem Jahr. Vorher kann er noch laufen, Nachher wird er bettlägerig sein. Darum haben wir es gelassen mit dem Treppenlift und ziehen und schieben ihn mit zwei Helfern die Treppe entlang (siehe Ergnomie).

Wenn Sie sich für einen Treppenlift interessieren sollten, tippen Sie halt "Treppenlift" in eine Suchmaschine und es finden sich sofort mehrere Firmen.

Pflegebett

Ein Pflegebett bekommen Sie auch bei der Krankenkasse bewilligt, wenn der Patient nur noch mit großer Mühe zum Aufstehen gebracht werden kann. Ein Pflegebett ist in der Höhe per Elektromotor verstellbar. Auch das Kopfteil (oder mehrere weitere Teile) sind per Knopfdruck einstellbar. So können Sie den Patienten fast bis in Sitzhaltung bringen, ohne sich den Rücken zu ruinieren. Falls sich der Patient den ganzen Tag im Bett aufhält, ist er recht flexibel in verschiedene Haltungen zu bringen. Normale Betten wären auch viel zu niedrig für den Pflegenden, falls der Patient im Bett gewaschen werden muss. Zu beiden Seiten sind Gitter angebaut, die man hochziehen und einrasten kann, damit der Patient nicht herausrollen kann. Wenn das nicht nötig ist, bzw. zur Pflege, kann man die Gitter aber runterklappen, damit sie nicht stören.

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